Benin-Studienreise: "Leben mit dem ganz normalen Voodoo"

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Unsere Studienreise "Leben mit dem ganz normalen Voodoo" im Sommer 2013 (15. Juli bis 30. Juli) wendet sich an aufgeschlossene Menschen
 
- die sich kritisch mit den Religionen dieser Welt auseinandersetzen,
 
- die sich für die Ursprünge von Religion und Glauben interessieren,
 
- die Diskussionen, frei von Dogmen und Mission bevorzugen,
 
- die sich für einen fairen, interkulturellen Austausch ausspechen.
 
 
Unsere Reise eignet sich nicht für alle
 
- die als initiierte Voodoopriester/innen von einer solchen Reise zurückkehren möchten,
 
- die durch Voodoo-Zeremonien von Unheil und Krankheiten geheilt werden möchten
 
- die bei "Orakel-Zeremonien" einen verlässlichen "Blick in die Zukunft" erwarten.
 
Für die meisten Menschen im westafrikanischen Benin spielt Voodoo eine herausragende Rolle. Selbst die Vertreter/innen der uns bekannten Buchreligionen, des Christentums, des Islams, kommen im Benin nicht ohne Voodoo aus. Gottesdienste in den Kirchen und Moscheen des Benins sind zumeist eine Mischung aus Liturgien und Zeremonien. Wer als Missionar/in den Voodoo als "Scharlatanerie" predigt, hat es schwer Anhängerschaften zu finden.
Voodoo im Benin erscheint als eine harmonisierende Komponente gegen Radikalisierung. Religionskriege und Fanatismus haben zur Zeit keine Chance. Voodoo sei nicht nur Religion, Voodoo sei auch "Lebensphilosopie, dass betonen die Priester/innen des Landes immer wieder, und "Schwarze Magie" oder "Schadenszauber", im Zusammenhang mit Vodoo, sei ein Klischee aus Hollyvood.
Gleichwohl geben zahlreiche Familien viel Geld für die unterschiedlichsten Rituale und Zeremonien aus. Obwohl der Tod traditionell nicht tabuisiert wird, als zweite Seite ein und der selben Medaille Akzeptanz findet, bestimmen Ängste vor der "Rache der Verstorbenen" zuweilen den Alltag der Beniner/innen. Eine Beerdigung dauert mehrere Tage und kann einige tausend Euro kosten. Nur mit einer solch aufwendigen Bestattung "verderbe man sich nicht die Freundschaft mit den Ahnen", heisst es.
Und auch von Verzauberungen durch Hexer/innen ist immer wieder zu hören: Psychisch erkrankte Menschen z.B. gehören in den Dörfern Benins noch immer zu diesen "Verzauberten" und haben einen schweren Stand.
Zählt also auch der Voodoo nicht zu den angstfreien Religionen? Skeptiker und Atheisten behaupten dieses zumindest.
"Das ist alles eine Sache der Bildung." So sieht es Simon Sebio, Voodoopriester aus Azowe. "Voodoo ist keine festgeschriebene Buchreligion, und deshalb sehr anpassungsfähig. Alles, was dem Menschen nicht gut tut, gilt es zukünftig loszulassen."
Ganz ohne Glaube komme der Mensch nicht aus, kritisieren auch in Europa die Gegner des reinen Atheismus. Nur: Der Glaube müsse für den Menschen da sein, und nicht der Mensch für den Glauben.
 
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In Bassanhoue und in den umliegenden Dörfern treffen sich Frauen Männer und Kinder regelmässig im Namen des Voodoo. Es wird getrommelt, getanzt und gesungen, eine fröhliche und gemeinschaftsfördernde Atmosphäre dominiert bei fast allen Ritualen und Festen. "Jeder gibt, was er kann..., ein paar Hühner, eine Ziege oder auch nur eine Flasche Palmschnaps." Clement Bassan ist Krankenpfleger in der 60.000 Einwohner zählenden Stadt Dogo, sieben Kilometer von Bassanhoue etfernt. "Schwarze Schafe...",so sagt er, "... gibt es natürlich auch im Voodoo. Manche Priester/innen verlangen grosse Summen für ihre Dienste, das sind unseriöse Vertreter unserer Religion."
 
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Wenn in Deutschland Sommer ist, findet im südlichen Benin die Regenzeit statt. Aus der trockenen Savanne ergrünt und erblüht eine tropische Landschaft. Dauerregen ist aber auch zu dieser Jahreszeit nicht zu erwarten, oft fällt nur zwei oder drei Stunden am Tag heftiger Niederschlag, zuweilen ist es auch längere Zeit ganz trocken. Überlandfahrten können allerdings periodisch recht anstrengend sein. Eine ideale Zeit also für eine "Themenreise" in den Benin, innerhalb derer auf grosse Rundreisen verzichtet werden kann.
Den Voodoo kennenlernen, wie er wirklich ist, dieser Anspruch ist vielleicht für diese Reise von Explore Bassanhoue ein zu grosser. Dafür ist Voodoo zu facettenreich, dafür unterliegt Voodoo im Benin in der Tat einer zu grossen Flexibilität. Aber einen sehr tiefen Einblick in den Voodoo und in das, was der Voodoo mit den Menschen im Benin macht, das können und wollen wir Ihnen vermitteln.
 
Zum Programm:
 
Mit Air France oder mit Brüssels Airlines erreichen Sie den Flughafen von Cotonou.
Hier erwartet Sie das Team von Explore Bassanhoue und geleitet Sie in Ihr Hotel "Casa Cornelia".
Beim Abendessen lernen wir uns näher kennen und besprechen die kommenden Tage im Land Benin.
 
 
Zweiter Tag:
 
In Cotonou erhalten Sie die Möglichkeit Geld zu tauschen und eventuell eine Handy-SIM-Karte zu erwerben.
Bringen Sie Ihr Handy aus Deutschland mit. Mit einer beninischen SIM-Karte, die Sie preiswert erwerben können, telefonieren Sie kostengünstig nach Europa.
Anschliessend führen wir Sie in das "Venedig Westafrikas". Mit einem einheimischen Motorboot (Piroge) erschliesst sich Ihnen die Pfahlbausiedlung Ganvie in den Flachwassern des Atlantiks. Heute leben vorwiegend Fischerfamilien hier und es gibt einen bescheidenen Tourismus. In der Sklavenzeit des ehemaligen Königreiches Dahomey war Ganvie ein Fluchtort der Menschen vor den brutalen Sklavenfängern. Bild 176
In Ganvie fallen heute Kirchen und Moscheen auf, man baute sie auf künstlich hergerichteten Sandinseln. Trotz alledem ist auch in Ganvie der Vodoo nicht verschwunden. Eine private Rundfahrt auf einer kleinen Piroge bringt uns dem Leben von Ganvie näher. Nun gibt es keinen Motor mehr, unsere Piroge wird von Paddeln und Staaken angetrieben.
Wir verbringen die Nacht in der urigen Herberge "Cheze M", direkt am "Schwimmenden Markt" von Ganvie.
 
 
Dritter Tag:
 
Es lohnt sich, früh aufzustehen. Das Leben beginnt in der Dämmerung auf den Wasserstrassen Ganvies. Nur wenige Touristen sind über Nacht in der Pfahlbausiedlung geblieben, der Morgen gehört uns und einer kleinen Anzahl von "Jovos", so werden die Weissen im Benin genannt.
Für das Frühstück auf der Veranda der Herberge sollte also genügend Zeit bleiben, langsam erwacht auch der "Schwimmende Markt" mit seinen kleinen Booten wieder zum Leben.
Am Vormittag bringt uns unsere Motor-Piroge dann wieder zum Festland. Das Tagesziel: Ouidah, die "Hauptstadt des Voodoo".voodoo 278
Der Schlangentempel und der "Heilige Wald" wird auch noch regelmässig von Reisenden aus aller Welt besucht. Hier findet "Vorzeige-Voodoo" statt, hier treffen wir auf "das Mekka, den Vatikan" der animistischen Religion des Benin.
Unser Hotel "Jardin Bresilien" befindet sich direkt an der Atlantikküste. Spät am Nachmittag treffen wir auf "das Tor ohne Wiederkehr" in der Nähe des Hotels: Es symbolosiert die Zeit Ouidahs als Verschiffungsort der verkauften Menschen innerhalb der Sklavenzeit des Landes. Wir sollten die bewegte und bewegende Geschichte Benins kennenlernen, um auch den heutigen Voodoo zu verstehen. In Ouida besteht die Gelegenheit dazu.
 
 
Vierter Tag:
 
Nach dem Frühstück verlassen wir das "touristische Benin". Unser nächstes Ziel ist die 60.000 Einwohner zählende Stadt Dogbo, etwa drei Fahrstunden von Ouidah in nördlicher Richtung. Hier sind "Jovos", die Weissen eine Seltenheit. Lediglich Entwickungshelfer oder Missionare kommen nach Dogbo. Wir aber wollen uns, nach kurzem Aufenthalt, noch weiter von der sogenannten Zivilisation entfernen. Auf dem Weg in das kleine Dorf Bassanhoue gibt es dann auch keine Asphaltstrassen mehr. Wir folgen den rotsandigen Buschpisten zu unserem Zielort, wer möchte, steigt in Dogbo auf das Zemidjan, auf das Motorradtaxi um.bassanhouekids02 Ab jetzt gibt es kaum mehr ein Auto, die meisten Dörfer sind nicht an das Stromnetz angeschlossen, das Trink- und Brauchwasser holen die Frauen aus traditionellen Ziehbrunnen. Die Kinder auf unseren letzten Kilometern in den Busch rufen "Jovo, Jovo bon soir, sava bien..., merci!", ein aus der Kolonialzeit überlieferter Gruss an die Weissen.
Unter grosser Anteilnahme der Dorfbevölkerung von Bassanhoue erreichen wir die Herberge von Explore Bassanhoue in den frühen Abendstunden. Hier ist unser Basislager für alle Exkursionen in den kommenden Tagen, hier werden wir "ein Stück weit Beniner/innen auf Zeit".
 
 
Fünfter bis vierzehnter Tag:
 
Nach einer kurzen Phase der Akklimatisierung erscheint das dörfliche Leben, an dem wir Anteil haben, immer vertrauter. Zu Fuss oder mit dem Zemidjan, dem Motorradtaxi, wagen wir erste Ausflüge in die Umgebung. Bei allen Voodoozeremonien und familieren Ereignissen rund um Bassanhoue dürfen wir dabei sein. Die Menschen aus dieser Region des Benin lieben es, Gästen aus dem Ausland Einblick in ihr Leben zu gewähren. Der beninische Alltag innerhalb unseres Aktionskreises, 80 bis 100 Kilometer, bestimmt das Reiseprogramm. Wir nehmen an Geburts- Hochzeits- und Sterbezeremonien teil, lernen den Voodoo der "Menschen auf dem Land" kennen. Denn Voodoo ist nun immer und überall anzutreffen, mal in aufwendigen Feierlichkeiten, mal in kurzen Andachten.
könig01Könige gibt es viele im westafrikanischen Benin mehr als sechzig werden es sein. Sie erheben nicht nur den Anspruch als "Bewahrer der Traditionen", sie sind auch Schlichter bei Streitigkeiten zwischen den im Benin üblichen Grossfamilien. "Polizei und Gericht kommen deshalb nur selten zum Einsatz." Das weiss Könik Robert von Dogbo zu berichten. Er ist der oberste spirituelle Führer in der Region Dogbo, zu der auch das Dorf Bassanhoue gehört. Bei einer ausführlichen Audienz mit ihm haben die Gäste von Explore Bassanhoue die Chance über das Moral- und Rechtssythem im Land Benin mit ihm zu diskutieren. König Robert kennt auch die Begebenheiten in Deutschland, vor einigen Jahren war er zu Gast in der niederrheinischen Stadt Kleve, Partnerstadt von Dogbo. Er sagt: "Für Rechtsanwälte eines nichtspirituellen Rechtssysthems muss man mindestens so viel bezahlen, wie für die Aktivitäten geldgieriger Vertreter des Voodoo."
Klaus van Briel ist Entwicklungshelfer im Land Benin und in Dogbo hat er die von der Kolping Familie unterstützte Initiative "pro dogbo" gegründet. Gemeinsam mit seinen beninischen Partner/innen setzt sich van Briel für die gerechte Förderung von schulischer Bildung ein. Auch seine Meinung zum Voodoo und zur Akzeptanz von "fremden Lebensarten im Zusammenhang mit Entwicklungszusammenarbeit" werden wir hören.
 
Schnell vergeht die Zeit, die wir mit Ihnen in Bassanhoue verbringen können. Jeder Tag bringt besondere Begegnungen für unsere Gäste in einer für den Europäer fremd anmutenden Welt. Besuchen Sie mit uns eine kleine Buschschule und eine Buschkrankenstation. Wie verträgt sich die traditionelle Naturheilkunde des Voodoo mit der modernen Schulmedizin?
 
In Bassanhoue bekocht Sie unser Team: Koch und Servicepersonal haben ihre Erfahrungen in internationalen Hotels im Benin gesammelt, verstehen sich aber immer noch auf die Zubereitung einheimischer Spezialitäten. Wenn Sie möchten, begleiten Sie unseren Koch auf den Markt von Dogbo. Frisches Obst und Gemüse, aber auch Fisch und Fleisch erwerben wir für unsere Gäste stets aus dem regionalen Angebot.
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Fünfzehnter Tag:
 
Heute begleiten wir Sie recht früh zurück an die Atlantikküste. Im Strandhotel "Bel Azur" geht das Benin Abenteuer langsam für Sie zu Ende. Sie kommen zurück in ein Leben, fast schon wieder geprägt von westlichen Standarts. Geniessen Sie die menschenleeren Strände und den frischgefangenen Fisch aus der Hotelküche. Verabschieden Sie sich von einem Land, in dem das Leben zu Hause ist.
 
 
Sechzehnter Tag:
 
Der Rückflug nach Europa geht erst sehr spät am Abend. Nach einem geruhsammen Frühstück fährt unser Tourenbus mit Ihnen nach Cotonou, wo wir noch einige Zeit mit Ihnen verbringen. Wir führen Sie durch die engen Gassen des grössten Marktes Westafrikas, Dantokpa, und wir zeigen Ihnen ein Künstlerdorf mitten in Cotonou. Männer und Frauen, Maler/innen Bilhauer/innen und Holzschnitzer/innen bieten hier ihre Werke an. Eine faszinierende Mischung aus Tradition und Moderne wartet auf Kunden.
Ein letztes Mal besteht die Möglichkeit afrikanisch zu Essen, bevor Sie gegen 21:00 Uhr zum Rückflug einchecken.
Das Team von Explore Bassanhoue verabschiedet sich von Ihnen.
 
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Explore Bassanhoue bietet Ihnen bei dieser Reise:
 
- Flug nach Cotonou mit Air France oder Brüssels Airlines 
 
- Alle Transfers und Fahrten,alle Eintrittsgelder lt. Programm.
 
- Hotelübernachtungen und Übernachtungen in unserer Herberge in Bassanhoue
 
- Belegung von Einzelzimmern ist in Bassanhoue i.d.R. nicht möglich.
 
- Das Angebot beinhaltet Halbpension, Frühstück und Abendessen.
 
- Die Reiseleitung spricht deutsch, französisch und englisch.
 
Sie zahlen selbst:
- Impf- und Visagebühren
 
- Persönliche Versicherungen
 
- Mittagessen oder Imbiss und Ihre Getränke
 
- freiwillige Trinkgelder und Zuwendungen
 
Der Preis für diese Reise bei einer Teilnehmerzahl von 8 Personen:
 
 2.380,-- Euro p.P.
 
Buchung:
DanaReisen
Flughafenstr. 4
30855 Langenhagen

Telefon: (0511) 23519599
Mob: 01773530737
Telefax: (0511) 23519590

E-Mail: info@danareisen.de

Weitere Informationen über Reisen mit Explore Bassanhoue:
 
Persönliche Beratung:
Tel.: 017651 063839
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